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Mobiltelefon

Mobiltelfone dienen als mobile Endgeräte der Sprach- und Datenübertragung. Die Übertragung findet über drahtlose Verbindungen per SIM-Karte in Mobilfunknetzen sowie über z.B. ein WLAN-Modul in Computernetzen statt.

Begriff

Bei einem Mobiltelefon handelt es sich um ein mobiles Endgerät zur Sprach- und Datenkommunikation. Im deutschsprachigen Raum wird heute eher der Begriff Smartphone genutzt, wenngleich dieses Endgerät strenggenommen lediglich eine spezifische Variante des Mobiltetelfons ist.

Die Endgerätemobilität ist neben der Personenmobilität, der Dienstmobilität und der Sitzungsmobilität eine Ausprägung der primären Mobilitätsform [Küpper, Reiser, Schiffers 2004, S. 69 ff.]. Unter der Mobilität des Endgerätes wird die räumliche Beweglichkeit von Geräten verstanden, dieses in einer strengen Auslegung der Form, dass kabellose Geräte permanent und ubiquitär bewegt werden. Endgerätemobilität wird durch Kommunikationsnetze auf Basis von Mobilfunk- oder Computertechnologien unterstützt. 

Das Smartphone ist – im Gegensatz zum einfachen Mobiltelefon - ein Universalgerät. Es ist nicht für einen spezifischen Anwendungszweck erstellt worden, sondern erhält seine Funktionalität durch die Installation von Software, die als „Apps“ bezeichnet werden. Für bestimmte Funktionalitäten sind darüber hinaus spezifische Hardwarekomponenten, wie z.B. ein GPS-Empfänger, erforderlich. Ein weiter wesentlicher Unterschied zu einem einfachen Mobiltelefon findet sich in der Bedienung des Geräts: Smartphones verfügen über ein berührungsempfindliches Display (Touch-Screen), welches mit den Fingern bedient wird. Auch eine physische Tastatur ist nicht vorhanden. Stattdessen wird im Display je nach Verwendungszweck ein Ziffernblock (zum Telefonieren) oder eine QWERTZ-Tastatur (zum Schreiben von Nachrichten oder für weitere Nutzungsalternativen) eingeblendet.

Funktionsweise des Smartphones in der Verwendung als Telefon

Ein Smartphone besteht aus einem Bedienteil in Form des Displays, einem Lautsprecher, einem Mikrofon, einer integrierten Antenne, einer Stromversorgung, einem Mikrocontroller sowie einer SIM-Karte (Subscriber Identity Module). In der Basisfunktionalität erlaubt das Telefon das Empfangen und Versenden von Sprache sowie Daten (z.B. SMS). Die hierfür weltweit am häufigsten eingesetzte Technologie ist LTE [5G Americas].

Die SIM-Karte wird vom Betreiber eines Mobilfunknetzes ausgeliefert und dient der Identifikation des Nutzers des Telefons gegenüber dem Mobilfunknetz. Das Telefon meldet sich über die SIM-Karte an einer Sendestation des jeweiligen Netzbetreibers an. Die kontinuierliche Dienstnutzung eines Teilnehmers über den Wirkungsbereich einer Sendestation hinaus erfordert es zusätzlich, dass die Funkverbindung durch „Handover“ zwischen verschiedenen Sendestationen (Mikromobilität) und durch „Roaming“ zwischen Mobilfunknetzen verschiedener Betreiber (Makromobilität) weitergereicht wird [Küpper, Reiser, Schiffers 2004, S. 69 ff., Roth 2005, S. 60 ff.].

Funktionsweise des Smaprtphones in anderen Verwendungen  

Ein Smartphone kann als Universalgerät neben der Nutzung als Telefon für unterschiedliche andere Verwendungszwecke eingesetzt werden. Hierzu ist zwischen Funktionen zu unterscheiden, die spezifische Hardwarekomponenten voraussetzen und solchen, welche lediglich die Installation von Software erfordern.

Das Smartphone kann z.B. als Fotoapparat und Videokamera (Hardware: Kamera), Navigationssystem (Hardware: GPS-Modul), Spielekonsole (Hardware: Lagesensor), Radio (Hardware: UKW-Antenne via Headset) oder Datenspeicher (Hardware: Speicherchip) verwendet werden.

Über die Installation von „Apps“ eröffnen sich, wie bei einem PC, unendlich viele Verwendungsmöglichkeiten:

Über einen Standardbrowser kann mit dem Smartphone via Mobilfunk- oder Computernetz im Internet gesurft werden. Viele Betreiber von Internetseiten realisieren ihre Websites so, dass diese für das jeweilige, im Vergleich zum stationären PC sehr viel kleinere Display optimiert aufbereitet werden. Alternativ bieten Webseitenbetreiber Apps zum Download an, in welchen der Inhalt der jeweiligen Website angezeigt und genutzt werden kann. Dieses erleichtert die Navigation auf und die Interaktion mit der Website über das relativ kleine Smartphone-Display (z.B. die Lese-Apps verschiedener Tageszeitungen oder Magazine, oder Mobile-Banking-Apps von Kreditinstituten).

Das Smartphone umfasst Funktionalität, die früher über einen Personal Digital Assitant bereitgestellt wurde. Es erlaubt den Zugriff auf Mails, Kontakte sowie den elektronischen Kalender, in dem es z.B. auf das firmeneigene Groupwaresystem wie z.B. den Microsoft-Exchange-Server zugreift. Alternative, freie Dienste, wie sie z.B. von Google angeboten werden, können ebenfalls über standardisierte Schnittstellen auf dem Smartphone nutzbar gemacht werden. Über Apps zum Anzeigen von Dokumenten in unterschiedlichen Formaten können an Mails angehängte Dateien geöffnet und auch (rudimentär) bearbeitet werden.

Mithilfe des Smartphones können Location-Based-Services (LBS) genutzt werden. Hierbei handelt es sich um Dienste, welche den aktuellen Aufenthaltsort des Nutzers verarbeiten um diesem ortsspezifisch gefilterte Informationen auszuliefern. Beispiele hierfür sind Fahrplanauskünfte für Bus und Bahn (Öffi, Scotty), Kinoprogramme (AbInsKino), Restaurantfinder (Yelp) und Tischreservierung (Open Table) oder Taxirufdienste (MyTaxi). Die nachstehende Abbildung zeigt den Vorschlag für einen Stadtinformationsdienst, der verschiedene Datenquellen über Application Programming Interfaces (API) integriert [Hagenhoff 2015].

Abbildung 1: Stadtinformationsdienst als Location Based Service und Zugriff auf modularisierte, verteilt vorliegende Inhalte

 

Das Smartphone kann auch als Lesegerät verwendet werden. Neben den Lese-Apps für Magazine und Zeitungen können mit Hilfe von E-Book-Reader-Apps (z.B. Kindle-Reader-App oder Toline) digitale Bücher rezipiert werden. 

Literatur

5G Americas. (1. Juli, 2019). Prognose zur Anzahl der Mobilfunkanschlüsse weltweit nach Standard in den Jahren 2016 bis 2023 (in Millionen) [Graph]. In Statista. Zugriff am 13. Juni 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/570271/umfrage/prognose-zur-anzahl-der-mobilfunkanschluesse-weltweit-nach-standard/

Hagenhoff, Svenja: Management von Content in den Kernprozessen der Produktion und Distribution. In: Jan Krone und Tassilo Pellegrini (Hg.): Handbuch Medienökonomie. Berlin 2015. Springer Living Document ohne Seitenbereich.

Küpper, Axel; Reiser, Helmut; Schiffers, Michael: Mobilitätsmanagement im Überblick: Von 2G zu 3,5 G. Praxis der Kommunikationsverarbeitung und Kommunikation (PIK), 27 (2004) 2, S. 68-73.

Roth, Jörg: Mobile Computing: Grundlagen, Technik, Konzepte. 2. Auflage. dpunkt.verlag: Heidelberg 2005.

 

 

Autor


 

Prof. Dr. Svenja Hagenhoff, Professorin für E-Publishing und Digitale Märkte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Katholischer Kirchenplatz 9, 91054 Erlangen

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Zuletzt bearbeitet: 29.09.2020 12:15
Letzter Abruf: 03.12.2020 17:32
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