Videobasierter KursEin videobasierter Kurs ist durch die Verwendung von Videosequenzen als zentrales Lernmedium bzw. Element zur Wissensvermittlung gekennzeichnet. Die Videoelemente eines solchen Kurses, die in einem umfangreichen Produktionsprozess entstehen, können unterschiedliche Gestaltungsformen aufweisen und durch verschiedene Verfahren bereitgestellt werden. EigenschaftenIn einem videobasierten Kurs werden die einzelnen Lerneinheiten in Form von Videomodulen bereitgestellt. Die Videomodule bilden dabei i. d. R. die Präsentation eines Lehrenden audiovisuell ab und beinhalten neben einem Dozentenvideo teilweise auch Sequenzen mit weiteren Präsentationsmaterialien. Dies können aufgezeichnete Folienströme inklusive der Aktionen des Dozenten (z. B. Mausbewegungen, angefertigte Skizzen und Kommentierungen), Software-Demonstrationen oder Ausschnitte aus bereits produziertem Filmmaterial sein. GestaltungsformenFür die Videomodule existieren von der Präsentation eines einzelnen Videoclips bis hin zur gleichzeitigen Darstellung mehrerer Videosequenzen und synchron dazu arrangierten Text- und Bildelementen unterschiedliche Gestaltungsformen. Bei der Verwendung eines einzelnen Videoclips werden entweder ein Dozentenvideo und zusätzliche Lehr-/Lernelemente parallel bereitgestellt oder Sequenzen mit Aufzeichnungen des Dozenten und weiterer Präsentationsmaterialien abwechselnd dargestellt. Diese Videomodule können über herkömmliche Mediaplayer (z. B. Windows Media Player) und teilweise auch auf mobilen Endgeräten abgespielt werden. Gestaltungsformen, die eine umfassende Abbildung einer Präsentation zum Ziel haben und Videosequenzen mit weiteren Lehr-/Lernelementen in einem in sich geschlossenen Paket verknüpfen, stellen eine Aufzeichnung des Dozenten, der präsentierten Materialien und ergänzende Zusatzmaterialien (z. B. Lehrskripte, Internetressourcen, Lernerfolgskontrollen) gleichzeitig und synchronisiert unter einer Oberfläche dar [Schertler 2004, S. 55f.]. Elemente für eine alternative Ablaufsteuerung (z. B. Inhaltsverzeichnis, Folienübersicht) bieten zusätzliche Navigationsmöglichkeiten durch das linear aufgebaute Lehr-/Lernpaket [Schertler 2004, S. 56]. Für die Darstellung können sowohl gewöhnliche Mediaplayer als auch spezielle Clients verwendet werden, die einen Mediaplayer einbetten.
Abb. 1: Videomodul mit mehreren Präsentations- und Zusatzmaterialien ProduktionAusgangspunkt für die Produktion der Videomodule ist die Aufzeichnung des Videorohmaterials. Dieses kann entweder in einer Studioumgebung auf Basis eines Drehbuchs aufgezeichnet oder durch den Mitschnitt einer realen Lehrveranstaltung gewonnen werden [Schertler 2004, S. 56]. Je nach zu erfassenden Präsentationsquellen kommen verschiedene Hardware- (z. B. Camcorder, Audio/Video-Capture-Karte) und Software-Komponenten (z. B. Screen-Capture-Software) zum Einsatz [Bodendorf et al. 2005, S. 68 f.]. Das Rohmaterial wird im Anschluss nachbearbeitet (z. B. Schnitt, Nachvertonung) sowie zur Verringerung der Datenmenge mithilfe eines Encoders komprimiert und in gewünschte Videoformate überführt (z. B. MPEG, RealMedia, FlashVideo). Beim abschließenden Authoring werden einzelne Videosequenzen mit weiteren Sequenzen, Präsentations- und Zusatzmaterialien zeitlich abgestimmt arrangiert und verknüpft. Dies kann durch spezielle Autorensysteme (z. B. Adobe Authorware) oder eine Auszeichnungssprache (z. B. SMIL) erfolgen. Einige Software-Lösungen unterstützen den Produktionsprozess von videobasierten E Learning-Modulen vollständig, sind dabei aber auf bestimmte Gestaltungsformen sowie eine begrenzte Anzahl von integrierbaren Präsentationsmaterialien und Videoformaten festgelegt (z. B. Camtasia Studio). Vollumfassende Lösungen (z.B. Opencast Matterhorn) unterstützen den gesamten Produktions- und Distributionsprozess. DistributionFür die Bereitstellung der Videomodule in einem videobasierten Kurs können, teilweise in Abhängigkeit vom Videoformat, verschiedene Verfahren eingesetzt werden:
LiteraturBodendorf, Freimut ; Götzelt, Kai-Uwe ; Schertler, Manfred ; Soy, Mustafa: Process Design for E Teaching with Streaming Media. In: Advanced Technology for Learning (2005), Nr. 2, S. 66-76. Schertler, Manfred: Telemediale Lehrarrangements. Lohmar : Eul, 2004.
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