DurchlaufterminierungIn der Durchlaufterminierung geht es um die grobe Festlegung vorläufiger Start- und Endtermine der einzelnen für die Herstellung von Zwischen- und Endprodukten notwendigen Arbeitsgänge auf Basis geschätzter Plan-Durchlaufzeiten. Man unterscheidet die Verfahren der Vorwärts-, Rückwärts- und doppelten Terminierung. GrundlagenGegenstand der Durchlaufterminierung ist die grobe Festlegung vorläufiger Start- und Endtermine der Fertigungsaufträge auf Basis der im Rahmen der Sekundärbedarfsplanung festgelegten Ecktermine der Aufträge. Mögliche Kapazitätsrestriktionen (z. B. durch zeitliche Konkurrenz verschiedener Fertigungsaufträge um dieselben Ressourcen) bleiben dabei unberücksichtigt. Diese finden erst später im Rahmen der Kapazitätsplanung und des Kapazitätsabgleichs Berücksichtigung. Planungsgrundlage der Durchlaufterminierung sind geschätzte Plan-Durchlaufzeiten [Zäpfel 2001, S. 177 und 185-190], da die tatsächlichen Durchlaufzeiten der Fertigungsaufträge in diesem Planungsstadium noch nicht feststehen; sie ergeben sich erst aus der im Konzept der hierarchischen Produktionsplanung später durchgeführten Ablaufplanung (Feinterminierung). Zur Ermittlung der Plan-Durchlaufzeiten sind die Arbeitspläne der Erzeugnisse heranzuziehen. Diese enthalten Informationen über die zu durchlaufenden Fertigungsschritte, die Bearbeitungszeiten auf den einzelnen Bearbeitungsstationen, erforderliche Rüstzeiten, technologisch bedingte Arbeitsgangfolgen und daraus resultierende Transportzeiten sowie produktionsbedingte Liegezeiten. Ferner wird eine Schätzung der ablaufbedingten Liegezeiten benötigt. Verfahren der DurchlaufterminierungDie Durchlaufterminierung kann nach den Verfahren der Vorwärts-, Rückwärts- oder doppelten Terminierung erfolgen [Kurbel 2005, S. 140-145]. Alle drei Verfahren basieren auf der Netzplantechnik.
Die doppelte Terminierung hat den Vorteil, das sie eine automatische Ermittlung der (gesamten) Pufferzeit und der kritischen Arbeitsgänge ermöglicht. Unter der (gesamten) Pufferzeit versteht man die Zeitspanne, um die sich die Durchlaufzeit einer Folge von hintereinander durchzuführenden Arbeitsvorgängen bei frühest möglichem Start der Arbeitsgänge verlängern kann, ohne das sich der Start der nachfolgenden (Sequenz von) Arbeitsgänge(n) dadurch hinter die spätest zulässigen Starttermine verschiebt und der geplante Fertigstellungszeitpunkt des Auftrags nicht mehr eingehalten werden kann. Kritische Arbeitsgänge sind Arbeitsgänge mit einer (gesamten) Pufferzeit von 0. Sie determinieren den sog. kritischen Weg, das ist der zeitlich längste Weg durch das Auftragsnetz, der wiederum die Durchlaufzeit des Fertigungsauftrags determiniert. Das Ergebnis der Durchlaufterminierung sind auftragsbezogene Terminpläne, die sich als Gantt-Diagramme graphisch darstellen lassen. Möglichkeiten zur DurchlaufzeitverkürzungLiegt bei der Rückwärtsterminierung mindestens ein Starttermin eines Arbeitsganges in der Vergangenheit, kann der gewünschte Fertigstellungstermin nur dann eingehalten werden, wenn es gelingt, die Durchlaufzeit zu verkürzen. Dazu stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung [Kurbel 2005, S. 145-151; Vahrenkamp 2008, S. 187-189; Zäpfel 2001, S. 179-182]:
LiteraturKurbel, Karl: Produktionsplanung und -steuerung im Enterprise Resource Planning und Supply Chain Management. 6. Auflage. Oldenbourg : München/Wien 2005. Vahrenkamp, Richard: Produktionsmanagement. 6. Auflage. Oldenbourg : München 2008. Zäpfel, Günther: Grundzüge des Produktions- und Logistikmanagement. 2. Auflage. Oldenbourg : München/Wien 2001. |
