StücklisteStücklisten beschreiben Produktionsfunktionen und geben die Produktionskoeffizienten der Repetierfaktoren an. Beschrieben werden auch die Darstellungsformen von Stücklisten und die Abbildung von Stücklisten in einem Datenmodell. GrundlagenEine Stückliste ist Teil der Stammdaten eines PPS-Systems. Sie ist die tabellarische Darstellung eine linear-limitationalen (Leontief) Produktionsfunktion, indem sie für ein Teil die zu dessen Herstellung notwendigen Inputfaktoren samt Produktionskoeffizienten angibt. Eine äquivalente graphische Darstellungsmöglichkeit ist der Gozinto-Graph: bei diesem gerichteten, kantengewichteten Graphen stellen die Knoten die Teile dar; wird Teil i zur Produktion von Teil j benötigt, dann existiert eine Kante zwischen den beiden Knoten, die mit dem entsprechenden Produktionskoeffizienten markiert ist (vgl. [Kurbel 2005, S. 60 ff]). Stücklisten werden u. a. in den Bereichen Materialwirtschaft, Zeitwirtschaft und PPS-Controlling benötigt; je nach Einsatzgebiet unterscheidet man Fertigungs-, Montage-, Konstruktions-, Kommissionierungs-, Instandhaltungs- oder Recyclingstücklisten. DarstellungsformenJe nach der Tiefe der Komponentenangaben und der Art der Mengenangaben lasen sich verschiedene Darstellungsformen von Stücklisten unterscheiden (vgl. [Kurbel 2005, S. 67 ff]):
ModellierungDie Abbildung von Stücklisten in Informationssystemen kann in Anlehnung an den Gozinto-Graphen als rekursiver Beziehungstyp zum Entitytyp Teil erfolgen (vgl. Abbildung 1). Neben den Produktionskoeffizienten können als weitere Attribute z. B. die Vorlaufverschiebung und der Ausschußsatz hinzutreten. Spezialprobleme im Zusammenhang mit Stücklisten sind die Abbildung von zyklischen Strukturen, Kuppelproduktion und Varianten (vgl. [Kurbel 2005, S. 73 ff]). Abb. 1: Entity-Relationship-Modell einer Stückliste LiteraturKurbel, Karl: Produktionsplanung und -steuerung im Enterprise Resource Planning und Supply Chain Management. 6. Auflage, München, Wien : Oldenbourg, 2005.
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