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Cloud Computing

Cloud Computing ist ein Begriff aus dem Bereich der Computer-Architektur. Der Begriff Cloud Computing beschreibt ein Konzept, welches die Bereitstellung von elektronischen Diensten (wie z.B. Rechenleistung oder Speicherkapazität) bei Bedarf, ähnlich dem Zugang zu Verbrauchsgütern wie Strom oder Wasser, ermöglicht.

Anwender von Cloud-Services betreiben Software-Applikationen, Plattformen und die dazu notwendige Hardware bzw. Infrastruktur nicht mehr selbst, sondern beziehen diese Leistungen über Cloud-Service-Provider [Hayes 2008]. Anwendungen, Plattformen, Daten und Infrastrukturen befinden sich demnach - metaphorisch gesprochen – in einer Wolke (Cloud) über eine Anzahl von entfernten Systemen verteilt. Ist die Basis für den Zugriff auf diese entfernten Systeme das öffentlich zugängliche Internet, so spricht man von einer „Public Cloud“. Geschieht der Leistungsbezug innerhalb des privaten Netzwerks einer Organisation, so spricht man von einer „Private Cloud“ [Armbrust, Fox et al. 2009]. Der Zugriff selbst erfolgt über definierte Schnittstellen oder Standardanwendungen, wie z. B. über einen Webbrowser. Neben Verbindungen zwischen Anbietern und Nachfragern sind auch Verbindungen zwischen Instanzen des Konzeptes verschiedener Dienstanbieter (also unterschiedlicher Clouds) möglich. Anbieter von Cloud-Leistungen können bspw., transparent gegenüber ihren Kunden, als Wiederverkäufer fremder Cloud-Leistungen auftreten. Das Cloud-Computing-Konzept lässt sich in verschiedene Schichten unterteilen (vgl. Abbildung 1).

 Cloud Computing

Abb. 1: Cloud-Computing-Schichtenmodell

Die unteren Schichten stellen dabei typische Verbrauchsressourcen bereit (wie z. B. hardwarenahe Ressourcen). Die unspezifischen Ressourcen werden zu Bündeln zusammengefasst und in virtualisierter Form zur Verfügung gestellt. Die Hardware-Ressourcen in einem oder mehreren Rechenzentren werden dabei virtualisiert und mittels einer Management-Middleware verwaltet. Um höherwertige Dienste anbieten zu können, sind zudem eine Reihe von Basisdiensten für den Betrieb notwendig. In diese Kategorie fallen Infrastrukturdienste, aber auch Dienste, die eine sichere Übertragung gewährleisten  bzw. Abrechnungsfunktionalität zur Verfügung stellen. Ab dieser Abstraktion spricht man von Infrastructure-as-a-Service-Diensten. Innerhalb des Cloud-Computing-Konzepts werden drei Abstraktionsebenen unterschieden [Eymann, Balke 2011, S. 247]:

  • Platform as a Service (PaaS)-Provider (vgl. Plattformstrategiebieten Portale oder Plattformen an, die den Zugang zu Software Services einerseits erleichtern und andererseits Kombinationen von Services (sog. Mash-Ups, vgl. Web 2.0) ermöglichen sollen. PaaS ist eine Weiterentwicklung des SaaS-Modells. Plattformen und Portale können den Absatz von Software Services entscheidend beeinflussen (Netzwerkeffekte). In der Grafik können PaaS-Anbieter als Aggregatoren einzelner SaaS-Services auf der gleichen Ebene verstanden werden.
  • Software as a Service (SaaS)-Provider bieten ihre Software im Internet als Dienst an. Dabei hat der Anwender weder Kenntnis noch Kontrolle über die darunter liegende Infrastruktur. Nachfrager von SaaS-Leistungen benötigen lediglich minimale Anforderungen an die Endgeräte für den Leistungsbezug. Beispiele für SaaS-Produkte sind: Google Docs, Microsoft Office Live oder Salesforce, etc.
  • Infrastructure as a Service (IaaS)-Provider sind als Äquivalent von SaaS für Hardware zu verstehen. IaaS-Provider bieten spezifische Infrastrukturdienste wie z. B. Speicher- oder Rechendienste an, die höheren Ebenen (SaaS) zur Verfügung gestellt werden. Diese IaaS-Leistungen werden in virtualisierten Bündeln angeboten (vgl. hierzu auch IT-Infrastruktur). Besondere Merkmale sind: Die beliebige Skalierbarkeit der Leistung, die Abrechnung nach Verbrauch und der Bezug über Netzwerke. Je nach vertraglicher und technischer Ausgestaltung der unternehmerischen Bezugsstrategie von IaaS, ist eine Mischung von Public- und Private-Cloud-Ansätzen möglich. Beispiele für Public-IaaS-Clouds sind: Amazon S3, Amazon EC2, etc.

Neben SaaS, PaaS und IaaS können außerdem Cloud-Märkte, auf denen Services gehandelt werden, differenziert werden. Diese neue Form der IT-Service-Intermediation befindet sich momentan noch in der Entwicklungsphase. 

Literatur

Armbrust, Michael; Fox, Armando; et al.: Above the Clouds: A Berkeley View of Cloud Computing. In: Technical Report, University of California (2009), Berkeley. UCB/EECS-2009-28. http://www.eecs.berkeley.edu/Pubs/TechRpts/2009/EECS-2009-28.html (Abruf 30.08.2011).

Eymann, Torsten; Balke, Tina: Grundlagen der Wirtschaftsinformatik (2011), Stuttgart: Kohlhammer, 2011.

Hayes, Brian: Cloud Computing. In: Communications of the ACM 51 (2008), Nr. 7, S. 9-11.

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Zuletzt bearbeitet: 04.10.2011 15:12
Letzter Abruf: 08.02.2012 23:22
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