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Business Process Outsourcing

Die ersten Bereiche der Informationstechnologie, die ausgelagert wurden, waren die Rechenzentren. Inzwischen können jedoch gesamte Geschäftsprozesse und betriebliche Funktionen von anderen Unternehmen übernommen werden. Der Beitrag beschreibt die Formen des Business Process Outsourcing und wie es sinnvoll eingesetzt werden kann.

Begriffsabgrenzung

Business Process Outsourcing (BPO) ist eine Form des (IT-)Outsourcings, bei der der Auftragnehmer nicht nur die informationstechnische Unterstützung der Geschäftsprozesse übernimmt, sondern auch für die inhaltlich korrekte Behandlung der Geschäftsvorfälle und die erfolgreiche Abwicklung der Geschäftsprozesse insgesamt verantwortlich ist. Seine Entlohnung kann an den Erfolg gekoppelt sein (Beispiel Anteil am Verkaufsumsatz des Callcenters). Die Abgrenzung zu anderen Formen des IT-Outsourcings kann schwierig sein, insbesondere zum Application Outsourcing, bei dem der Anbieter die Durchführung einer Anwendung übernimmt (Beispiel Lohn- und Gehaltsabrechnung). Die ausgelagerten Prozesse können Bestandteil sowohl unterstützender als auch primärer Wertschöpfungsaktivitäten sein.

Voraussetzungen und Umsetzung

Vor dem BPO sollten die auszulagernden Prozesse standardisiert werden, damit sie mit den im Unternehmen verbleibenden Prozessen effizient und effektiv zusammenarbeiten können. Manchmal werden die standardisierten Prozesse bereits vorher divisionsübergreifend von einer internen Abteilung, sog. Shared Services Center, ausgeführt, was eine sinnvolle Vorstufe zum BPO darstellen kann [NeGK03].

Nach der generellen Entscheidung für BPO muss der genaue Umfang der auszulagernden Prozesse definiert und ein Anbieter ausgewählt werden. Dabei wird auch die geografische Lokation der Leistungserbringung berücksichtigt. Demensprechend unterscheidet man zwischen Onshoring (Inland), Nearshoring und Offshoring (Übersee).

Die Gründe für BPO sind die gleichen wie bei anderen Formen des IT-Outsourcings: Kostenreduktion, Konzentration auf Kernkompetenzen, Beschaffung fehlenden Knowhows usw. Durch die zusätzliche Verlagerung der Prozessverantwortung an den Anbieter soll eine bessere Angleichung der Interessen zwischen Auftraggeber und –nehmer erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen adäquate Erfolgsgrößen definiert werden.

Die Übertragung der Prozesse an den Anbieter erfordert einfühlsames Change Management und systematische Governance, insb. die Überwachung der Leistungserbringung anhand der vereinbarten Erfolgsgrößen [GrBM06].

Literatur

Gross, Jürgen; Bordt, Jörg; Musmacher, Matias: Business Process Outsourcing. Wiesbaden: Gabler 2006.

Nettesheim, Christoph; Grebe, Michael; Kottmann, Dietmar: Business Process Outsourcing – aber richtig! Information Management & Consulting 18 (2003), Nr. 3, S. 24-30.

 

 

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Zuletzt bearbeitet: 04.10.2011 16:29
Letzter Abruf: 24.05.2012 05:18
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