MarktsegmentierungUnter Marktsegmentierung versteht man im Allgemeinen die Aufteilung eines heterogenen Gesamtmarktes in homogene Marktsegmente. Diese können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten gebildet werden, sollten aber stets so beschaffen sein, dass die Kunden eines Marktsegments möglichst gleichartige Reaktionen auf Management- bzw. Marketing-Instrumente des Unternehmens aufweisen und so eine differenzierte Marktbearbeitung ermöglichen. Customer Relationship Management und MarktsegmentierungDas Customer Relationship Management als bewusst kundenorientierte Ausrichtung des gesamten Unternehmens stellt den Kunden in den Mittelpunkt aller Überlegungen. Ziel ist es, dem Kunden einerseits einen höheren Nutzen zu offerieren, aber andererseits auch dem Unternehmen komparative Konkurrenzvorteile zu verschaffen und somit letztlich die Unternehmens- und Marketingziele in einem höheren Maße zu erreichen. Strategien der segmentorientierten MarktbearbeitungDie Ausrichtung am Kunden stellt nun bei einer Vielzahl potentieller Abnehmer ein Problem dar, da sich die Abnehmer z. B. in Bezug auf ihre Bedürfnisse, Wünsche oder Produktanforderungen unterscheiden. Es bestehen mehrere strategische Möglichkeiten, auf diese Unterschiede zu reagieren (vgl. [Kotler, Keller, Bliemel 2007, S. 357]):
Während beim undifferenzierten Marketing und bei der individuellen Bearbeitung einzelner Kunden die Identifizierung des Marktes (Gesamtmarkt oder Einzelkunde) vergleichsweise einfach ist, stellt sich im Rahmen der Marktsegmentierung das Problem der Identifizierung homogener Kundengruppen (Marktsegmente). Im einfachsten Fall erfolgt die Segmentbildung anhand eines einzigen polytomen Segmentierungskriteriums. Bei zwei Segmentierungskriterien lässt sich die Segmentzugehörigkeit noch im zweidimensionalen Raum visuell feststellen. Für den multivariaten Fall, der aber am häufigsten auftritt, sind geeignete Verfahren zur Segmentidentifizierung einzusetzen. Begriff und Aspekte der MarktsegmentierungFolgende Definition beschreibt den Begriff geeignet: Unter einer Segmentierung i. e. S. soll die Aufteilung eines heterogenen Gesamtmarktes in homogene Teilmärkte mittels kaufverhaltensrelevanter Merkmale verstanden werden. Da die so gewonnene Aufteilung aber keinen Selbstzweck darstellt, sondern letztlich Segmente liefern soll, durch deren Bearbeitung Unternehmens- und Marketing-Ziele bestmöglich erreicht werden, ist es sinnvoll, die Aspekte der final geplanten Marktbearbeitung im Segmentierungsbegriff (i. w. S.) zu berücksichtigen ([Freter, Obermeier 1999, S. 742]): Die Marktsegmentierung umfasst sowohl die Aufteilung eines Marktes in homogene Teilmärkte als auch die segmentspezifische Marktbearbeitung. Die Marktsegmentierung i. w. S. umfasst somit eine Informations- und eine Aktionsseite (vgl. dazu Abbildung 1). Die Informationsseite lässt sich in einen kunden- und einen methodenorientierten Ansatz unterteilen. Beim kundenorientierte Ansatz stehen Erklärungsmodelle des Käuferverhaltens im Vordergrund. Den Mittelpunkt bilden dabei solche Merkmale der Konsumenten, die das Käuferverhalten erklären können. Methodenorientierte Ansätze beziehen sich auf die Verarbeitung der i. d. R. großen Zahl personenspezifischer Daten. Als Ergebnis der Informationsseite der Marktsegmentierung ergeben sich Marktsegmente, die darüber hinaus anhand ihrer Ausprägungen in den Segmentierungskriterien sowie in Bezug auf die jeweilige Segmentgröße definiert sind.
Abb. 1: Problembereiche der Marktsegmentierung (in Anlehnung an [Freter 2008, S. 27]) Auf der Aktionsseite der Marktsegmentierung stehen im Sinne eines managementorientierten Ansatzes zwei Aspekte im Vordergrund, einerseits die Auswahl eines oder mehrerer zu bearbeitender Segmente und andererseits der segmentspezifische Einsatz von Marketing-Instrumenten. Der Zusammenhang zwischen der Informations- und der Aktionsseite ist hergestellt, wenn die anhand kaufverhaltensrelevanter Kriterien gebildeten Segmente zugleich einen Aussagewert für einen segmentspezifischen Einsatz der Marketing-Instrumente aufweisen. Verfahren der MarktsegmentierungIm Rahmen der Marktsegmentierung lässt sich eine Vielzahl datenanalytischer Verfahren einsetzen (vgl. [Böhler 1977, Freter 2008]). Die wichtigsten Ansatzpunkte sind im Folgenden angeführt:
LiteraturBöhler, Heymo: Methoden und Modelle der Marktsegmentierung. Stuttgart : Schäffer-Poesche, 1977. Freter, Hermann: Markt- und Kundensegmentierung. Stuttgart : Kohlhammer, 2008. Freter, Hermann; Obermeier, Oliver: Marktsegmentierung. In: Herrmann, Andreas; Homburg, Christian (Hrsg.): Marktforschung. Wiesbaden : Gabler, 1999. Kotler, Philip; Bliemel, Kevin L.; Keller, Friedhelm: Marketing-Management. München : Pearson Studium, 2007. |
