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Constant Work In Process (Conwip)
Peter Nyhuis
(unter Mitarbeit von
Wiebke Hartmann)
Als bekanntes Beispiel für eine zentrale Bestandsregelung gibt die Conwip-Steuerung als Verfahren der Auftragsfreigabe einen Auftrag frei, wenn der Bestand der Fertigung einen zuvor definierten Plan-Bestand unterschreitet. Aus einer Liste wird der Auftrag höchster Priorität zur Freigabe ausgewählt. EntwicklungSpearman und Hopp prägten den eingängigen Namen (Conwip - Constant Work in Process) und haben erheblichen Anteil an der Verbreitung des Fertigungssteuerungsverfahrens seit den neunziger Jahren [Spearman, Hopp, Woodruff 1989; Spearman, Woodruff, Hopp 1990; Spearman, Zazanis 1992; Hopp, Spearman 1996]. Grundidee des Verfahrens ist es, den Bestand einer Fertigung bzw. einer Fertigungslinie auf konstantem Niveau zu halten. VerfahrensbeschreibungDie Conwip-Steuerung gibt einen Auftrag frei, sobald der Bestand einer Fertigungslinie eine vorgegebene Bestandsgrenze unterschreitet (vgl. Abbildung 1).
Abb. 1: Prinzip der Conwip-Steuerung [Lödding 2008] Der Auftrag mit der höchsten Priorität wird aus der Liste freizugebender Aufträge ausgewählt, die alle bekannten, aber noch nicht freigegebenen Aufträge, deren Plan-Starttermin innerhalb eines definierten Vorgriffshorizonts liegt, enthält [Hopp, Spearman 1996, S. 434]. Um das Bestandsniveau einer Fertigungslinie einzustellen bzw. zu begrenzen, werden Conwip-Karten eingesetzt. Ohne begleitende Conwip-Karte darf ein Auftrag nicht freigegeben werden. Eine nach Auftragsfertigstellung frei werdende Conwip-Karte autorisiert die Freigabe eines weiteren Auftrages. Die Anzahl der Conwip-Karten kann
Der Vorgriffshorizont beschreibt die maximale Zeitdauer, die ein Auftrag vor dem geplanten Starttermin freigegeben werden darf. Die Conwip-Steuerung gibt einen Auftrag vorzeitig frei, wenn entweder Probleme in der Materialbereitstellung auftreten oder der Ist-Abgang den Plan-Abgang übertrifft. EigenschaftenDie Conwip-Steuerung weist folgende wesentliche Eigenschaften auf:
AnwendungEin sinnvoller Einsatz der Conwip-Steuerung ist gegeben, wenn:
Folgende Gründe können dafür sprechen, die Conwip-Steuerung nicht anzuwenden:
LiteraturHopp, Wallace J.; Spearman, Mark L.: Factory Physics. Chicago et al. : Irwin, 1996. Lödding, Hermann: Dezentrale bestandsorientierte Fertigungsregelung. Düsseldorf : VDI-Verlag, 2001. Lödding, Hermann: Verfahren der Fertigungssteuerung. 2. Auflage, Berlin et al. : Springer, 2008. Spearman, Mark L.; Hopp, Wallace J.; Woodruff, David L.: A Hierarchical Control Architecture for Constant Work-in-Process (CONWIP) Production Systems. In: Journal of Manufacturing and Operations Management 2 (1989), Nr. 3, S. 147-171. Spearman, Mark L.; Woodruff, David L.; Hopp, Wallace J.: CONWIP: a pull alternative to kanban. In: International Journal of Production Research 28 (1990), Nr. 5, S. 879-894. Spearman, Mark L.; Zazanis, Michael A.: Push and pull productions systems: Issues and comparisons. In: Operations Research 40 (1992), Nr. 3, S. 521-532. |
