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Organisationale Intelligenz

Organisationen sind sozio-technische Systeme. Sie können sich wie Menschen intelligent oder unintelligent verhalten. Organisationale Intelligenz (OI) bestimmt sich nicht aus der Summe der Intelligenz ihrer Mitglieder, sondern aufgrund ihres Zusammenwirkens. Die Entwicklung von OI ist eine zentrale Aufgabe des Wissensmanagements.

Organisationale Intelligenz

Intelligenz wird Menschen und anderen Lebewesen, aber auch Artefakten (Maschinen, Prozesse, Programme etc.) und Organisationen zugeschrieben. Ein Mensch ist intelligent, wenn er

  1. komplexe Informationen rasch erfassen (Wahrnehmung und Speicherung),
  2. auf Informationen adäquat reagieren und die Erkenntnisse umsetzen (Flexibilität und Kreativität) sowie
  3. rasch lernen und weitere Konsequenzen ziehen (Lernfähigkeit und Kreativität)

kann. Gleiches gilt für Organisationen. Im Gegensatz zum Menschen aber sind Organisationen sozio-technische Systeme mit je nach Größe und Zweckbestimmung unterschiedlicher Komplexität:

  • Bei ihnen besteht kein zwangsläufiger Zusammenhang zwischen der Intelligenz ihrer Mitglieder und der organisationalen Intelligenz.
  • Ihr Charakter und ihre Lernfähigkeit (Organisationales Lernen) werden durch die Kultur und Motivation ihrer Mitglieder geprägt.

Organisationale Intelligenz resultiert also nicht aus der algebraischen Summe der Intelligenz ihrer Mitglieder und sonstigen Artefakte, sondern entsteht erst durch das zielorientierte Zusammenwirken ihrer Träger. Dies verdeutlicht die systemische Sicht in Abbildung 1.

 Organisationale Intelligenz Abbildung 1 png

Abb. 1: Elemente organisationaler Intelligenz [Hummeltenberg 2008, S. 44]

Die Elemente in Abbildung 1 beschreiben folgende funktionalen Fähigkeiten:

Element Funktionale Fähigkeit
Menschen, Maschinen, Prozesse, Software Träger organisationaler Intelligenz 
Monitoring / Wahrnehmung zielgerichtet Informationen über die Umwelt und sich selbst sammeln und verarbeiten
Interpretieren / Verstehen beobachtbare Fakten und Phänomene in Beziehung setzen und im Kontext deuten 
Entscheidung / Aktion  mögliche Aktionen in ihren Konsequenzen bewerten, Auswahl treffen und umsetzen 
 Wissen / Gedächtnis Wissen identifizieren, erwerben, bewerten, nutzen und verwalten 
 Lernen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse neu oder weiterentwickeln  
 Kommunizieren / Kooperieren Ideen, Informationen, Wissen und Meinungen kommunizieren und interagieren   

 Tab. 1: Funktionale Fähigkeiten für organisationale Intelligenz

„Monitoring/Wahrnehmung“ und „Entscheidung/Aktion“ finden sich ebenso in den Phasen Intelligence, Design, Choice and Review des Grundmodells von Entscheidungsprozessen nach Simon, auf dem verschiedene Arten von Entscheidungsunterstützungssystemen gründen. „Monitoring/Wahrnehmung“ und „Interpretieren/Verstehen“ werden durch Business Intelligence unterstützt. Das Management des Elements „Wissen/Gedächtnis“ beschreiben [Probst, Raub, Romhardt 2006] im Bausteinmodell des Wissensmanagements. „Kommunizieren / Kooperieren“ stellen symbiotische Disziplinen dar, die durch Groupware, Wissensportale und Web 2.0 unterstützt werden.

Literatur

Hummeltenberg, W.: Disziplinen von Business Intelligence. In: von Kortzfleisch, H.F.O.; Bohl, O. (Hrsg.): Wissen, Vernetzung, Virtualisierung, Lohmar – Köln 2008, S. 41-56.

Probst, G.; Raub; S.; Romhardt, K.: Wissen managen. 5. Aufl. Wiesbaden 2006.

 

 

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Zuletzt bearbeitet: 28.08.2009 16:29
Letzter Abruf: 08.02.2012 21:52
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