Unterscheidung: Symmetrische und Asymmetrische
Information
Der Begriff der Informationsasymmetrie
stammt aus der Informationsökonomik [vgl. hierzu Schiller 2007]. Um ihn besser
verstehen zu können, wird zunächst
zwischen symmetrischer und asymmetrischer Information unterschieden. Symmetrische Information ist aus
volkswirtschaftlicher Sicht …
-
die Grundbedingung für das Funktionieren
im wohlfahrtsökonomischen Standardmodell;
-
eine Annahme im Modell des perfekten Wettbewerbs, in dem
Informationen vollständig bzw. kostenlos – d.h. ohne Beschaffungskosten - sind.
Dagegen ist
asymmetrische
Information dann gegeben, wenn …
Systematisierung
Folgende Systematisierung kann für den Begriff der Informationsasymmetrie vorgenommen werden:

Abb. 1: Systematisierung
[Eigene Darstellung]
Demnach lassen sich die Folgen von asymmetrischer Informationen
in zwei Kategorien darstellen: Die Adverse
Selektion
(auch „Negativauslese“) beschreibt einen Zustand vor Vertragsabschluss, in der
es auf einem Markt systematisch zu unerwünschten Ergebnissen kommt. Der Moral
Hazard
droht, wenn es einen unaufgelösten Widerspruch gibt zwischen dem, was für die
Allgemeinheit (für das Kollektiv) und dem, was für das Individuum vernünftig
ist [vgl. Varian 1999]. Diese Gefahr der Verhaltensänderung kann sowohl vor als
auch nach dem Schadeneintritt stattfinden.
Abwehr von Informationsasymmetrien
Um zu verhindern, dass es aufgrund dieser
Informationsasymmetrie zu ineffizienten Märkten kommt, stehen verschiedene
Maßnahmen zur Verfügung [vgl. Shapiro/Varian 1999]:
- Signaling: Informierte Marktteilnehmer versuchen durch gezielte
Information (z.B. ein Siegel), Informationsasymmetrien abzubauen. Dabei müssen
die Vorteile der Signalproduktion höher sein als die Kosten für das Signal.
- Screening: Hierbei nimmt die uninformierte Marktseite Kosten auf sich,
um durch strukturierte Informationsbeschaffung die Informationsasymmetrien
abzubauen.
- Self-Selection: Bei dieser Maßnahme werden
Versionen angeboten, so dass jeweils die guten Anbieter und die schlechten
Anbieter unterschiedliche Verträge wählen können.
Literatur und weiterführende Quellen
Ahituv, N.; Neumann, S.; Riley, H.N.:
Principles of information systems for management. 4. ed. Auflage, Business and
Educational Technologies, Dubuque, Iowa, 1994.
Husmann, C.: Investitions-Controlling : Ansätze
zur Überwindung von Informationsasymmetrien im Entscheidungsprozeß über
Investitionen in dezentralisierten Industrieunternehmen. Eul, Bergisch Gladbach
[u.a.], 1996.
Kruse, K.-O.: Anreizsysteme in
Abnehmer-Zulieferer-Kooperationen. Kovac: Hamburg, 1998.
Schiller, U.: Informationssökonomik. In: Handwörterbuch
der Betriebswirtschaft - Enzyklopädie der Betriebswirtschaftslehre ; Bd. 1.
Hrsg.: Richard Köhler; Hans-Ulrich Küpper; Andreas Pfingsten, 6., vollst. neu
gestaltete Aufl. /. Auflage,
Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 2007, S. 742-750.
Shapiro,
C.; Varian, H.R.: Information rules: a strategic guide to the network
economy. Harvard Business School Press: Boston, Mass., 1999.
Varian,
H.R.: Grundzüge der Mikroökonomik. (4., überarb. und erw.
Auflage). München [u.a.]: Oldenbourg. - von Hal R. Varian, 1999.