Information
Information leitet sich ab aus
lateinisch "informare", was "bilden" oder
"formen" bedeutet. Mittlerweile wird der Informationsbegriff
allerdings nur noch im Zusammenhang mit einer Nachricht bzw. einem Signal
gebraucht [Capurro 1978, S. 201]. Umgangssprachlich wird häufig nicht
unterschieden zwischen der Bedeutung und der Wichtigkeit einer Nachricht
einerseits und deren Informationsgehalt andererseits. Wissenschaftlich jedoch
sind diese drei Begriffe unbedingt zu unterscheiden.
Die erste mathematische
Definition des Informationsgehalts von Nachrichten stammt von Hartley, der 1928
das Informationsmaß H definierte durch die Anzahl der Selektionen, die für die
Erstellung einer Nachricht aus einer Menge von Zeichen erforderlich ist. Hat
diese Menge n Zeichen, so ist

Hartley setzte dabei voraus,
dass jedes Zeichen gleich wahrscheinlich ist, was so natürlich generell nicht
zutrifft. Der Nachrichteningenieur Claude Shannon erweiterte deswegen diese
einfache Definition, indem er den Informationsgehalt einer Nachricht definierte
über das Maß an Wahrscheinlichkeit der Nachricht bzw. über die Summe der
Teilwahrscheinlichkeiten der Teilnachrichten: Je unwahrscheinlicher eine
Nachricht ist, desto höher ist ihr Informationsgehalt und umgekehrt [Shannon,
Weaver 1976, S. 60]. Mathematisch lässt sich dies folgendermaßen ausdrücken:
Sei pi die
Teilwahrscheinlichkeit einer Teilnachricht i und Hi deren
Informationsgehalt. Dann ist

Durch Aufsummierung der Hi
erhält man dann die berühmte Definition des gesamten Informationsgehalts H
einer Nachricht:

Sowohl in der Definition von
Hartley als auch in der von Shannon und Weaver wird der Logarithmus dualis ld
verwendet, weil es in beiden um Selektionen von Möglichkeiten geht. Diese
Selektionen bestehen jeweils in der Auswahl einer von zwei Alternativen, also
sozusagen 1 und 0, und damit aus einem Bit. Es ist eine der großen Leistungen
von Shannon nicht nur für die Informatik, das Bit als Maß für derartige
Selektionsmöglichkeiten eingeführt zu haben.
Der Grundgedanke dieser
Definition, Informationsmaße über die Unwahrscheinlichkeit von Nachrichten zu
bestimmen, ist nur auf einen ersten Blick befremdend. Zweifellos wird auch in
der Alltagssprache eine Nachricht als umso informativer bewertet, je
überraschender sie ist, und umgekehrt. Die Nachricht, dass am Nordpol Schnee
liegt, ist nicht sehr informativ, da sie nicht überrascht. Die Nachricht
dagegen, dass am Nordpol die Gletscher schmelzen, ist sehr informativ, da dies
normalerweise nicht erwartet wird – von den ökologischen Folgen ganz zu
schweigen.
Häufig wird H auch als negative
Entropie (Negentropie) bezeichnet. Die Entropie E ist ein Maß für die Ordnung
von (thermodynamischen) Systemen, wobei die Entropie umso größer ist, je
weniger Ordnung das System aufweist und umgekehrt. Ein hoher Grad an Entropie
ist wahrscheinlicher als ein niedriger Grad, also hohe Ordnung. Aufgrund der
mathematischen Definition von E lässt sich deshalb auch E = -H schreiben; die
Beobachtung eines sehr geordneten Systems bedeutet also einen hohen
Informationsgehalt und umgekehrt.
Die Definition von Shannon und
Weaver ist allerdings für die mathematische Modellierung von menschlicher
Kommunikation nicht geeignet, da bei der Definition von H eine „objektive“
Wahrscheinlichkeit verwendet wird, die für alle Sender und Empfänger stets
gleich ist. Da die gleiche Nachricht jedoch für menschliche Empfänger sehr
unterschiedliche Informationsgrade haben kann, haben Klüver und Klüver [2007,
S. 40] vorgeschlagen, den Informationsgehalt einer Nachricht zu definieren als
die Differenz zwischen einem Wahrnehmungsvektor W und einem Erwartungsvektor V,
also

wobei W die tatsächliche
Nachricht repräsentiert und V die davon abweichende Erwartung des Empfängers.
Formal lässt sich diese Definition ähnlich darstellen wie die klassische
Definition von Shannon und Weaver.
Literatur
Capurro, Rafael:
Information. Ein Beitrag zur ethymologischen und ideengeschichtlichen
Begründung des Informationsbegriffs. München : Saur, 1978.
Klüver, Jürgen ; Klüver Christina: On Communication. An
Interdisciplinary and Mathematical Approach. Dordrecht
: Springer, 2007.
Shannon, Claud. E. ;
Weaver, Warren: Mathematische Grundlagen der Informationstheorie. München :
Oldenbourg, 1976.