Charakteristik des Begriffs
Im Rahmen der Informationswirtschaft ist die Handlungsrelevanz für ökonomische Aktivitäten das entscheidende Merkmal für die Bedeutung des Begriffes Information.
Zum besseren Verständnis sei ein Wirtschaftsmagazin genannt, das im Fernsehen gezeigt wird. Fortlaufend werden dort Buchstabengruppen und Zahlen – also Daten – angezeigt. Wenn der Zuschauer deren Bedeutung versteht und weiß, dass es sich dabei um Abkürzungen für börsennotierte Unternehmen und deren Aktienkurs handelt, versteht er die Nachrichten, die das Wirtschaftsmagazin zusammengestellt hat. Für diejenigen Fernsehzuschauer, die beabsichtigen, Geld in Aktien anzulegen und die Entscheidung hierüber zu fällen haben, sind die Nachrichten über Aktienkurse entscheidungsrelevant, also Informationen.
Damit wird deutlich, dass es immer vom Anwender, seiner Situation und seinem Wissen abhängt, welche Ausprägung Signale, auf die er zugreifen kann, für ihn haben.
Die eben verwendeten Begriffe können in einem mehrstufigen Prozess abgegrenzt werden, in dem zunächst aus Zeichen, die einer bestimmten Struktur folgen (Syntax), Daten werden. Durch die Kenntnis der Bedeutung dieser Daten (Semantik) wird für den Adressaten daraus eine Nachricht. Wenn diese Nachricht die Grundlage für eine Entscheidung oder Handlung darstellt (Pragmatik), nimmt sie für den Anwender den Charakter einer Information an (vgl. Pietsch, Martiny und Klotz 2004, S 41 f.). Das Verstehen der Nachrichten und das Beurteilen, ob eine Nachricht entscheidungsrelevant – also eine Information – ist und welchen Wert sie für ihn hat, geschieht auf der Basis des dem Anwender zur Verfügung stehenden Wissens.
Das in der Abbildung 1 dargestellte Modell verdeutlicht den Zusammenhang.

Abb. 1: Einordnung und Abgrenzung des Begriffs Information
Information als Wirtschaftsgut
Die so charakterisierte Information hat einen ökonomischen Wert für den Anwender, der sowohl eine produktive als auch eine konsumtive Ausprägung hat.
Information als Produktionsfaktor
In der Anfangszeit der betriebswirtschaftlichen Faktorsystematiken wurde die Information zwar nicht sofort als Produktionsfaktor eingestuft, doch lässt sich ihre Betrachtung als Produktionsfaktor bereits mit damaligen Systematiken begründen. Bei Gutenberg werden als Produktionsfaktoren Elementarfaktoren (Arbeitsleistung, Betriebsmittel und Werkstoffe) von dispositiven Faktoren (Geschäftsleitung, Organisation und Planung) unterschieden, zu denen auch die Information gehört (vgl. Gutenberg 1979, S. 3 ff.).
Wöhe und Döring behandeln die Information bis zur 21. Auflage ihres Standardwerkes „Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre" in ihrer Systematik der betrieblichen Produktionsfaktoren zwar nicht explizit, gehen jedoch sehr ausführlich auf die dispositiven Faktoren ein (vgl. Wöhe und Döring 2002, S. 84 ff.). Bis dahin sehen sie Information zwar nicht als eigenständigen Produktionsfaktor, jedoch als Voraussetzung für das Wahrnehmen dispositiver Aufgaben. Ab der Auflage 22 ändert sich die Darstellung der Autoren. Erstmals widmen sie in ihrem Buch ein Kapitel dem Thema „Informationswirtschaft" und machen damit die gestiegene Bedeutung der Information deutlich (vgl. Wöhe und Döring 2005, S. 192 ff.). Unter diesem Aspekt wird die Gewährleistung der optimalen Faktorallokation zu einer der wichtigsten Aufgaben der betrieblichen Informationswirtschaft.
Information als Produkt
Die Information ist jedoch nicht nur Produktionsfaktor, sondern mittlerweile auch Produkt. Erkennbar ist dies an Konzepten, wie dem Information Lifecycle Management. Es macht deutlich, dass Information wie jedes andere Produkt einem Lebenszyklus unterliegt. In den Phasen dieses Zyklus’ wird mit der Information entsprechend ihrem Wert für das Unternehmen gearbeitet.
Viele heutige Geschäftsmodelle wären nicht entstanden, wenn die Information nicht diese Bedeutung erlangt hätte. Zahlreiche Unternehmen sind heute nur deshalb sehr erfolgreich, weil sie das „Produkt Information" geschickt vermarkten. Als Beispiele seien Wikipedia, Google und Xing stellvertretend für viele weitere Akteure genannt.
Informationen verwenden
Informationen sind also mittlerweile die wichtigsten Wirtschaftsgüter, da sie das Rohmaterial aller und das Ergebnis vieler Unternehmensprozesse sind und somit das gesamte Wirtschaftsleben mit Energie versorgen. Daraus resultiert die Notwendigkeit, mit diesem Gut zu wirtschaften. Erfolgreiches Unternehmertum beruht auf dem Erkennen und Ausnutzen des Potentials, das das Wirtschaftsgut Information enthält.
Literatur
Gutenberg, Erich: Grundlagen der Betriebswirtschaftlehre. Band 1, Springer, Berlin u. a., 1979.
Pietsch, Thomas; Martiny, Lutz; Klotz, Michael: Strategisches Informationsmanagement – Bedeutung, Konzeption und Umsetzung. 4. vollst. neu bearbeitete Auflage, Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2004.
Wöhe, Günter, Döring, Ulrich: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 22., neubearb. Aufl., München: Verlag Franz Vahlen, 2005.
Wöhe, Günter, Döring, Ulrich: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 21., neubearb. Aufl., München: Verlag Franz Vahlen, 2002.