Benutzerspezifische Werkzeuge

CASE-Tools

Der Begriff CASE (Computer Aided/Assisted Software Engineering) fasst die rechnergestützte Entwicklung von Software zusammen, wobei der Einsatz von Werkzeugen wesentlich ist.

Die rechnergestützte Entwicklung von Software wird unter den Begriff CASE (Computer Aided/Assisted Software Engineering) zusammengefasst (vgl. [Sodhi 1991]; [Pressman 1992]; [Forte, McCulley 1991]; [Sommerville 1992]; [Kurbel 2008]). Wesentlich hierbei ist der Einsatz geeigneter CASE-Werkzeuge (CASE-Tools), das heißt integrierter Produkte oder Softwarekomponenten [Fuggetta 1993] zur Unterstützung einzelner oder mehrerer Entwicklungsschritte, wie Analyse und Entwurf (vgl. Upper Case Tools), oder Codegenerierung, Testen und Debugging (vgl. Lower Case Tools) von Software deren Abfolge und Resultate durch ein Vorgehensmodell festgelegt werden.

Durch den Einsatz eines Softwareentwicklungsansatzes wird die Ausführung dieser Entwicklungsschritte bestimmt. Softwareentwicklungsansätze, die auf ein vordefiniertes Vorgehensmodell ausgelegt sind, können durch das Konzept "CASE-Werkzeuge" unterstützt werden, weil durch deren Einsatz Ziele der rechnergestützten Softwareentwicklung, wie Steigerung der Produktivität, Einsparung von Entwicklungs- und Wartungskosten und Verbesserung der Dokumentation erreicht werden können.

"CASE-Werkzeuge", wie CASE-Environments oder CASE-Workbenches [Hofstede, Verhoef 1996] unterstützen den Einsatz beliebiger Vorgehensmodelle und fokussieren dabei insbesondere auf die Flexibilität hinsichtlich der zugrundliegenden Softwarearchitektur und Ausführungsplattform. Dadurch entsteht die Anforderung an ein höheres Abstraktionsniveau hinsichtlich der fachlichen Modellierung des Anwendungsbereiches, wie in der modell-getriebenen Softwareentwicklung (vgl. [Jouault, Bézivin, Barbero 2009]; [Wende, Assmann, Zivkovic, Kühn 2011]) und der Abbildung dieser fachlichen Modelle auf ihre technische Umsetzung. Aktuell können Integrierte Softwareentwicklungsumgebungen (IDEs, englisch: integrated development environment) wie Eclipse mit entsprechenden Erweiterungen (plug-ins) als CASE Werkzeuge verstanden werden [Nödler 2005]. Als weitere, frei verfügbare IDE kann NetBeans [Oracle] genannt werden. Vertreter aus der kommerziellen Branche sind bspw. IBM Rational [IBM] und Microsoft Visual Studio [Microsoft]. CASE-Tools werden mittlerweile ebenfalls für spezifische Anwendungsdomänen, bspw. die Entwicklung mobiler Anwendungen (Android Developer Tools von [Google] oder Xcode von [Apple]) angeboten.

Literatur

Apple: Xcode IDE, https://developer.apple.com/technologies/tools. Abruf 03.09.2013

Forte, G.; McCulley, K.: CASE Outlook. Guide to Products and Services. Lake Oswego, Ore.: CASE Consulting Group, 1991.

Fuggetta, A.: A Classification of CASE Technology. In: Computer 26 (Dec. 1993), Nr. 12, S. 25-38.

Google: Android Developer Tools, http://developer.android.com/tools/index.html. Abruf 03.09.2013

IBM: IBM Rational solutions for product and systems devleopment, http://www-01.ibm.com/software/rational/workbench/systems/. Abruf 03.09.2013

Jouault, F.; Bézivin, J.; Barbero, M.: Towards an advanced model-driven engineering toolbox. In: Innovations in Systems and Software Engineering (2009). Springer, London: Volume 5, Number 1, S. 5-12.

Kurbel, K.: The Making of Information Systems. Software Engineering and Management in a Globalized World. Berlin: Springer Verlag, 2008.

Microsoft: Microsoft Visual Studio, http://www.microsoft.com/germany/visualstudio. Abruf 03.09.2013

Nödler, J.: Web Engineering - CASE-Tools Software zur Entwicklung von Internet-Anwendungen. Georg August Universität Göttingen. Institut für Informatik. Gruppe Softwaretechnik für Verteilte Systeme Edith Werner und Helmut Neukirchen, 2005.

Oracle: NetBeans IDE, https://netbeans.org. Abruf 03.09.2013

Pressman, R. S.: Software Engineering. A Practitioner’s Approach. New York : McGraw-Hill, 1992.

Sodhi, J.: Software Engineering. Methods, Management, and CASE Tools. Blue Ridge Summit, Pa. : McGraw-Hill, 1991.

Sommerville, I.: Software Engineering. Reading, Mass.: Addison-Wesley, 1992.

Ter Hofstede, A.H.M.; Verhoef, T.F.: Meta-CASE. Is the game worth the candle? In: Inf. Syst. J. (1996), Nr. 6(1), S. 41-68.

Wende, C.; Assmann, U.; Zivkovic, S.; Kühn, H.: Feature-based Customisation of Tool Environments for Model-Driven Software Development. In: Proceedings of the 15th International Software Product Lines Conference (SPLC 2011), Munich, August 22-26, 2011.

 

Autor


 

o. Univ. Prof. Dr. techn. Dimitris Karagiannis, Universität Wien, Fakultät für Informatik, Institut für Knowledge and Business Engineering, Waehringer Strasse 29, A - 1090 Vienna

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Zuletzt bearbeitet: 10.09.2013 15:54
Letzter Abruf: 28.04.2017 17:55
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