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Wissensmanagement, Strategien des

Bei den Strategien für das Wissensmanagement werden die Kommunikation und die Kodifikation als Ansatz für den Wissenstransfer unterschieden. Die Kommunikationstrategie nutzt den Wissenstransfer von Person zu Person, die Kodifikationsstrategie stellt auf die Dokumentation von Wissen ab.

Bei den Strategien für das Wissensmanagement werden die Kommunikation und die Kodifikation als Ansatz für den Wissenstransfer unterschieden. Die Kommunikationstrategie nutzt den Wissenstransfer von Person zu Person, die Kodifikationsstrategie stellt auf die Dokumentation von Wissen ab.

Kern der Kommunikationsstrategie ist damit der Austausch und die Entwicklung von Wissen über die persönliche Kommunikation zwischen Wissensträgern. Die Vorteile liegen in der meist problemorientierten Vermittlung von Wissen aufgrund der direkten Kommunikation zwischen Wissensnachfragern und -anbietern. Die persönlichen Erfahrungen des Wissensanbieters sowie die Interaktion beim Wissensaustausch sollen es erlauben, den Austausch zu effizient wie möglich für die inhaltlichen Anforderungen des Wissensnachfragers zu gestalten. Die zentrale Rolle von Informationssystemen liegt bei der Kommunikationsstrategie in der Ermittlung von Wissensanbietern und der Unterstützung der Kommunikation und Koordination zwischen Anbietern und Nachfragern, z.B. durch Expertenverzeichnisse („Gelbe Seiten“) oder Wissensgemeinschaften. Die Nachteile der Kommunikationsstrategie liegen in der Gebundenheit an bestimmte Personen und deren Fähigkeit zur Wissensvermittlung. Durch die Personengebundenheit ist der Wissensaustausch nur eingeschränkt skalierbar.

Diesen Nachteilen versucht die Kodifikationsstrategie zu begegnen, indem Wissen dort im großen Umfang dokumentiert wird. Das kodifizierte Wissen kann einfacher einer Vielzahl von Nachfragern zugänglich gemacht und vor der Verteilung qualitätsgesichert werden. Insbesondere wird im Unterschied zur Kommunikationsstrategie der der Zugriff auch erlaubt, wenn ein im gesuchten Wissensgebiet erfahrener Mitarbeiter gerade nicht verfügbar ist. Die Nachteile liegen zunächst in den Grenzen der Wissenskodifikation begründet (vgl. tazites Wissen). Ferner muss sichergestellt sein, dass veraltete Informationen entweder aktualisiert oder entfernt werden. Um ein bedarfsgerechtes und aktuelles Wissensangebot sicherzustellen, ist eine genaue Kenntnis der für die Zielgruppen relevanten Themengebiete erforderlich. Durch Dokumentation und Pflege kann die Kodifikationsstrategie insgesamt mit einem größeren Aufwand verbunden sein als die Kommunikation. Die zentrale Rolle von Informationssystemen bei der Kodifikationsstrategie liegt im Management von Wissenssammlungen.

Literatur

Bellmann, M.; Krcmar, H.; Sommerlatte, T. (Hrsg.): Praxishandbuch Wissensmanagement. Düsseldorf: Symposion, 2002

Hansen, M.T.; Nohria, N.; Tierney, T.: What's your strategy for managing knowledge? In: Harvard Business Review, Jg. 77, Nr. 2, S. 106-116, 1999

Nonaka, I.; Takeuchi, H.: The knowledge-creating company: How Japanese companies create the dynamics of innovation. Oxford: Oxford University Press, 1995

 

Autor


 

Prof. Dr. Tilo Böhmann, ISS - International Business School of Service Management, Lehr- und Forschungsgebiet Service Management, Hans-Henny-Jahnn-Weg 9, 22085 Hamburg

Autoreninfo


Zuletzt bearbeitet: 31.10.2012 20:40
Letzter Abruf: 28.06.2017 11:05
Artikelaktionen

Katgorienfehler

Posted by Tilo Böhmann at 31.10.2008 17:29
Lieber Autor,

sie begehen eine Kategorienfehler, wenn Sie Kodifizierung und Kommunikation als Strategien des Wissensmanagements beschreiben. Beides sind praktische Anwendungen unterschiedlicher Modelle: A Kodifizerung entspricht dann dem Management of Information und B Kommunikation dem Management of People. Beide sind wiederum durch unterschiedliche Perspektiven geleitet, die man in der Fachliteratur als Paketmodell der mechanistischen Sicht und als Interaktionsmodell der konstruktivistischen/systemischen Sicht definiert.

Strategien sind aber ihrer eytmologischen Herkunft nach Arten der Heeresführung. Demnach wäre dann eine Strategie des Wissensmanagements eine Führung desselben oder Führung durch Wissensmanagement.
Ersteres bildet in diesem Kontext eines Lehrbuches leitende Weltbilder, normative Vorgaben und taktische und ökonomische Dimensionen zum Wissensmanagement.

Es existieren schon einige Strömungen seit Peter Druckers Verdikt über Wissensmanagement, die hier Platz finden sollten. Leitende Theorien und Erkenntnisse benachbarter Fachdisziplinen, die Takeuchi, Probst, North, Snowden, Reinmann-Rothmeier beeinflusst haben und letztlich
Wissensmanagement im Rahmen der Wirtschaftsinformatik begründen.

Vor allem jedoch muss klar werden, welche Aufgaben WM in diesem Zusammenhang erfüllt und welche es nicht erfüllt. Damit ist nicht nur eine Begründung des Untersuchungsgegenstandes gemeint. Strategische Überlegung bilden Zielvorgaben und setzen damit Startvorgaben und Grenzen.

Jörg Wittkewitz
(www.wittkewitz.de)